Beichtgelegenheiten

Beichtgelegenheiten im Distriktshaus:
Täglich von 8.30 bis 12 Uhr und von * 14.30 bis 17.30 Uhr
oder nach Vereinbarung (Tel. +49 8385 1625).

* Karfreitag (10.4.2020): nur vor Mittag (8.30 bis 12 Uhr) oder nach telefonischer Vereinbarung.

Hier können wir die geforderten Sicherheitsmaßnahmen einhalten und Ihnen auch in diesen schwierigen Zeiten dieses so wichtige Sakrament spenden.

DIE PASSIONSEVANGELIEN DER KARWOCHE

Außer Karmontag (wo die Salbung Jesu in Bethanien nach Johannes vorgelesen wird) und Gründonnerstag (die Fußwaschung beim letzen Abendmahl, die nur Johannes überliefert), bieten die Tage der Karwoche von Palmsonntag bis Karfreitag eine Lektüre der Passionserzählungen aus allen vier Evangelien. Diese werden in kanonischer Reihenfolge vorgetragen, also Matthäus (Sonntag), Markus (Dienstag), Lukas (Mittwoch), Johannes (Freitag). 

Die Textlänge der drei synoptischen Passionsevangelien ist in den verschiedenen Messbüchern unterschiedlich. Bis zur unter Papst Pius XII. durchgeführten Reform der Karwoche (1951-1955) wurde fast die gesamte Passionsgeschichte aus den synoptischen Evangelien gelesen, also von der Zeitangabe des nahen Passahfestes (Mt 26,1-2 & Parallelstellen) bis zur Grablegung Jesu, bzw. (in der Matthäuspassion) der Bewachung des Grabes durch Wächter (Mt 27,62-66). Es fehlte nur (in den Lesungen aus Markus und Lukas) der Hinweis auf die Frauen, die die Grablegung Jesu beobachteten. 

Die Reform Pius XII. hingegen hat die Lesungen der synoptischen Passionserzählungen drastisch gekürzt, indem die Perikopen erst mit dem Eintreten Jesu in das Grundstück Gethsemani beginnen (Mt 27,36 & Parallelstellen). Damit verschwindet aus dem römischen Messbuch die ganze synoptische Erzählung vom Komplott des Hohen Rates, von der Salbung Jesu in Bethanien (nach Matthäus und Markus), vom letzten Abendmahl (!) und von Jesu Voraussage der Zerstreuung seiner Jünger und des Wiedersehens in Galiläa nach seiner Auferstehung (nach Matthäus und Markus). (Die Einsetzung der Eucharistie nach Lukas blieb jedoch als Evangelium einer Votivmesse vom Allerheiligsten Altarsakrament erhalten.) Auch die Geschichte der Wächter am Grab wurde aus der Lesung der Matthäuspassion gestrichen. 

Später erkannten die römischen Behörden, dass die Kürzungen zu weit gegangen waren; dementsprechend wurde dieser Aspekt der Reform im Messbuch von 1970 teilweise rückgängig gemacht. Dort beginnt die Matthäuspassion mit dem Verrat des Judas vor dem letzten Abendmahl (26,14) und wird traditionsgemäß mit den Wächtern am Grabe abgeschlossen. Die traditionellen Perikopen kann man dort noch hören, wo die tridentinische Form der Karwoche gefeiert wird. Dies hat Rom im Jahr 2017 in einer begrenzten Zahl von Apostolaten der Priesterbruderschaft St. Petrus als Experiment gestattet. 

Die Länge der Johannespassion (18,1–19,42) hingegen bleibt in allen Formen des römischen Ritus unverändert. Das kann kaum anders sein. Zum einen werden das letzte Abendmahl und die hinzukommenden Abschiedsgespräche bei Johannes in sechs Kapiteln (12 bis 17) behandelt. Man könnte daher das vollständige Äquivalent zur synoptischen Passionsgeschichte bei Johannes in einem einzigen Gottesdienst kaum vorlesen! Zum anderen bildet Joh 18–19 eine strikte Einheit. Das zeigt der Evangelist mit der Erwähnung eines Gartens am Anfang wie am Ende der Erzählung. Die Passionsgeschichte bei Johannes beginnt mit der Zusammenkunft Jesu und seinen Jüngern in einem Garten und endet mit seiner Grablegung in einem Garten beim Kreuzigungsort. Der Kreis wird geschlossen, doch ist die Gartenszene der Bestattung gleichzeitig auf die Ostererzählung ausgerichtet. Denn in der Nähe des Grabes wird Maria Magdalena einem Mann begegnen, den sie für den Gärtner hält (20,15). (BG)

PASSIONSZEIT

Mit der ersten Vesper des 5. Sonntags in der Bußzeit verändert sich die Liturgie von „Quadragesima“ (d.h. vierzigtätige Fastenzeit) hin zur Passionszeit. Das erste sichtbare Zeichen in der Kirche dafür ist die Verhüllung der Kreuze und Statuen.

Von nun an stehen Offizium und Messe in besonderer Weise unter dem Zeichen des Kreuzes. Der Vesperhymnus Vexilla Regis („Die Standarten des Königs“) gibt dem Stundengebet den Ton vor, während das Messformular bis Gründonnerstag die Präfation vom Heiligen Kreuz verwendet. Ps 42 (Judica) bildet den Introitus des ersten Passionssonntags; dementsprechend fällt dieser Psalm an diesem Tag, aber auch in der ganzen Passionszeit, im Stufengebet aus. In diesem Punkt, wie auch im Ausfall des Gloria Patri beim Introitus und beim Lavabo, ähnelt die Passionsliturgie dem Requiem. In beiden Fällen passt die daraus resultierende Schlichtheit der Messe mit dem Drama, der Nüchternheit und der Tragik der geschilderten Situation gut zusammen. 

Während der ersten Passionswoche ist das Evangelium jeden Tag, außer Donnerstag, dem Johannes entnommen. Von nun an bis zum Ende der Pfingstoktav ist Johannes eigentlich der Evangelist, den die Liturgie am häufigsten zu Wort kommen lässt. Auch wenn Matthäus und nach ihm, Lukas, den Zyklus im Jahreskreis nach Erscheinung bzw. nach Pfingsten dominieren, ist Johannes jedoch die vorherrschende Stimme der Sonntage und Herrenfesttage der intensiven Zeit von der Passion bis zum Pfingstfest. Denn dieser Evangelist schildert in einer besonders dramatischen Weise den Konflikt zwischen Jesus, der im Namen seines Vaters lehrt und handelt, und seinen Zeitgenossen, die ihn verkennen und ablehnen. In der Osterzeit sind die tiefen Betrachtungen des Johannesevangeliums über den Sinn des Todes bzw. des „Weggehens“ Jesu zum Vater als Messperikopen aüßerst geeignet.  

Am Freitag in der ersten Passionswoche werden die sieben Schmerzen der Gottesmutter Maria in der Laudes und in der Messe kommemoriert. Mancherorts wird an diesem Tag die – sonst am 15. September übliche – Messe von den sieben Schmerzen gefeiert.

So wie der Prophet Isaia die Adventsliturgie (besonders im Stundengebet) prägt, so auch Jeremia die Passionszeit. Am Samstag vor dem Palmsonntag hören wir in der Lesung der Messe (Jer 18,18-23) die furchtbaren Flüche, die der verfolgte Prophet gegen seine Feinde ausspricht. Selbstverständlich dürfen sich Christen solche Flüche nicht ohne weiteres zu eigen machen, doch als Teil der Heiligen Schrift bzw. der Liturgie haben diese Fluchverse noch einen Sinn. Sie sind die Kehrseite des Schweigens und der Geduld Christi in dessen Passion. Jesus verzichtet auf Fluch und Bedrohung, denn er leidet, damit alle gerettet werden können. Doch durch den Appell des Propheten an die Rache Gottes wird das Übel der Verfolgung des Gerechten stark angeklagt. Das vermag uns auch daran zu erinnern, dass wir, wenn wir uns mit Gott nicht versöhnen lassen, das vor ihm zu verantworten haben. (BG) 

AVE

Der Gruß des Engels an Maria im Rahmen der Fastenzeitsliturgie

Das heutige Fest Mariä Verkündigung (Evangelium: Lk 1,26-38a) fällt normalerweise in die vorösterliche Bußzeit. (Sollte der 25. März in die Karwoche bzw. Osteroktav fallen, dann wird das Fest erst nach der Oktav nachgeholt.) Die Weihnachtszeit hat, um es so zu formulieren, ihre Spur im Osterzyklus hinterlassen. Das erinnert uns an die tiefe Verbindung zwischen dem Weihnachts- und Osterfestkreis, denn der Zweck der Inkarnation des Sohnes Gottes ist die Erlösung der Menschheit durch dessen Kreuz und Auferstehung.  

Im Folgenden wollen wir das erste Wort des Grußes des Engels an Maria – das berühmte „ave“ – mit Blick auf die Einbettung des Festes in die Fastenzeitliturgie betrachten. 

Der Evangelist Lukas lässt im Griechischen den Engel zu Maria „chaire“ sagen. Das ist die gewöhnliche Grußformel der griechischen Sprache und wird in der lateinischen Bibel dementsprechend mit dem römischen Grußwort „ave“  („sei gegrüßt‟) übersetzt. Doch die Grundbedeutung des griechischen Grußes ist eigentlich „freue dich‟. Diese Bedeutung ist für die Verkündigung Mariä keineswegs ohne Relevanz. Darin kann eine Anspielung auf die Heilsbotschaft in Zeph 3,14.17 erkannt werden: „Juble, Tochter Sion, jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! … Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte als rettender Held‟ (Übers. Hamp – Stenzel).

Dieses Jahr fällt nun das Fest Mariä Verkündigung in die vierte Fastenwoche, nach dem Sonntag Laetare („Freue dich‟). Der Introitus dieses Sonntags (Isa 66,10 nach der griechischen bzw. altlateinischen Fassung) ist ein Aufruf an Jerusalem (in übertragenem Sinn: die Kirche), sich zu freuen. Die Liturgie verbindet diese Stelle aus Isaia mit einer anderen (Isa 54,1), die durch den Apostel Paulus in der Epistel dieses Sonntags (Gal 4,22–5,1a) zitiert wird. Die Stelle (Isa 54,1), worin einer unfruchtbaren Frau (dem verlassenen Jerusalem) zahlreiche Kinder verheißen werden, wird bei Paulus mit der Verheißung eines Sohnes für Sara, die unfruchtbare und betagte Frau Abrahams verbunden. Mit Hagar, seiner unfreien Frau, zeugte Abraham aus bloß menschlicher Initiative den Ismael. In der Schriftauslegung des Paulus versinnbildlicht die Sklavin Hagar das irdische Jerusalem: Dieses ist dem mosaischen Gesetz zufolge noch verknechtet, sodass ihre Kinder (die nicht-christlichen Juden) nicht frei sind. Im Gegensatz dazu wird Sara, die freie Frau, die aufgrund einer Verheißung Gottes den Isaak empfing, zum Symbol für jenes Jerusalem, das oben ist, „und das ist unsere Mutter‟ (Gal 4,26). Durch die Verbindung dieser Geschichte mit Isa 54,1 wird angedeutet: Die Unfruchtbarkeit des Heidentums wird durch die Aufnahme der Heidenchristen zur Fruchtbarkeit der kinderreichen Mutter Kirche.

Das Motiv des göttlichen Geschenkes eines Kindes an eine unfruchtbare Frau kommt mehrmals in der Geschichte der Patriarchen und Richter vor: Sara, Rebekka, Rachel, die Mutter des Simson und Hanna, die Mutter des Samuel. Diese Reihe wird am Anfang des Lukasevangeliums fortgesetzt in der Erzählung von der Empfängnis des Täufers Johannes durch Elisabeth. Die unmittelbar darauffolgende Episode ist ausgerechnet die Verkündigung Mariä. Hier ist der göttliche Eingriff sogar ein übernatürlicher Ersatz für eine natürliche Zeugung durch einen Mann: keine Heilung der Unfruchtbarkeit einer Frau, sondern eine Empfängnis durch eine Jungfrau. In diesem Vorgang, den die Glaubenslehre der Katholische Kirche stets als Tatsache erkennt, wird angedeutet: Die Menschheit kann sich ihre eigene Erlösung nicht selbst schenken. Vielmehr muss sie ihre Erlösung, in der Person des Erlösers, als reines Geschenk Gottes im Heiligen Geist empfangen.

Gewiss, die Erlösung durch Christus ist nur in denjenigen wirksam, die sie annehmen. Jeder muss, wie Maria, Gott sein eigenes „fiat“ („es geschehe‟) sagen. Der Empfang der Erlösung verpflichtet den Empfänger, Gott die Treue zu halten, wie Maria, die – nach der Glaubensüberzeugung der Kirche – ihre Gottesweihe als immerwährende Jungfräulichkeit bewahrte. Die Gnade ist Gottes freie Initiative, sie bleibt aber nicht einseitig in ihren Folgen.  (BG)


Willkommen!

Beichtgelegenheiten im Distriktshaus:
Täglich von 8.30 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr
oder nach Vereinbarung (Tel. +49 8385 1625).

Wegen der aktuellen kirchlichen und staatlichen Viruspräventionsmaßnahmen sind unsere Möglichkeiten für persönlichen Kontakt mit jenen Gläubigen, die unsere Seelsorge in Wigratzbad in Anspruch nehmen, stark eingeschränkt. Daher haben wir im Auftrag des Distriktsoberen P. Bernhard Gerstle diesen Blog eingerichtet, um Ihnen Aktuelles aus der Bruderschaft zu berichten und um Ihnen auf diesem Weg geistliche, liturgische, biblische und katechetische Nahrung anzubieten.

Selbstverständlich können Sie aber nach wie vor ins Distriktshaus zum Beichten kommen, die Zeiten sind oben angegeben. Wir können hier die geforderten Sicherheitsmaßnahmen einhalten und Ihnen auch in diesen schwierigen Zeiten dieses so wichtige Sakrament spenden.

Telefonisch sind wir natürlich nach wie vor für Sie da und auch in seelsorglichen Notfällen zögern Sie bitte nicht uns zu kontaktieren, damit wir zu Ihnen kommen können.

Sie sind alle in unserem täglichen Gebet, insbesondere im Memento der heiligen Messe fest eingeschlossen.

Ihre Patres,

P. Stefan Reiner, Tel. +49 8385 1625; sreiner(at)petrusbruderschaft(dot)de

P. Brendan Gerard Tel. + 49 8385 9247413; brendangerardkorresp(at)use.startmail(dot)com