Anmeldung vor der Sonntagsmesse

Für Personen, die eine weitere Anreise haben, können an Sonn- und Feiertagen in der Kirche nach telefonischer Anmeldung (08385/1625) Plätze reserviert werden. Die angemeldeten Personen sollen pünktlich 20 min vor Messbeginn anwesend sein, damit sie zuerst eingelassen werden können.

Hl. Messe (Sühnekirche): Werktag 17.15 Uhr; Sonn-/Feiertag: 7.30 und 17.15 Uhr.

Beichtgelegenheit (Distriktshaus): täglich 15 bis 17 Uhr (oder nach Vereinbarung). Während der Hl. Messe ist eine Beichtgelegenheit in der Kirche leider nicht möglich.

Hinweise für Kirchenbesucher:

  • Die Kirche kann nur durch den hinteren mittleren Eingang betreten werden. Die Türen stehen offen, sodass niemand die Türklinken betätigen muss.
  • Die Kirche darf nur mit einem Mund-Nase-Schutz betreten werden.
  • Die eingeteilten Ordnungskräfte werden Ihnen einen Platz zuteilen. Bitte nur an den markierten Stellen Platz nehmen. Familien und Ehepaare werden nicht ge-trennt.
  • An den Werktagen sind vornehmlich die Bänke in der Mitte zu belegen. Erst wenn diese nicht mehr ausreichen, können auch andere Bänke belegt werden.
  • Das Verlassen der Kirche geschieht über die beiden Seitenausgänge, entsprechend den Anweisungen der Ordnungskräfte.
  • Bitte beachten Sie, dass sowohl vor der Kirche als auch in der Kirche stets der Mindestabstand eingehalten wird.
  • Personen mit Krankheitssymptomen oder die in den zurückliegenden 14 Tagen Kontakt mit Corona-infizierten Personen hatten, dürfen nicht die Messe besuchen.

Neue Gottesdienstordnung

Ab Mittwoch, 6. Mai 2020 dürfen wir wieder öffentliche heilige Messen feiern. Da aufgrund des einzuhaltenden Mindestabstands in der Sühnekirche nur maximal 86 Gläubige an den Messen teilnehmen dürfen, feiert die Seminargemeinschaft ihre heiligen Messen weiterhin in der Seminarkapelle. Ebenso wird die Seminargemeinschaft Laudes, Vesper und Komplet bis auf weiteres in der Seminarkapelle beten. Folgende Messen finden alle in der Sühnekirche statt, ohne Beteiligung der Seminargemeinschaft:

Werktag:

17.15 Uhr Heilige Messe (Sühnekirche)

Sonn- und Feiertag:

7.30 Uhr Heilige Messe (Sühnekirche)

17.15 Uhr Heilige Messe (Sühnekirche)

Beichtmöglichkeit gibt es in unserem Distriktshaus neben der Gnadenkapelle: täglich 15 bis 17 Uhr, oder nach telefonischer Vereinbarung (Tel. +49 8385 1625)

Hinweise für Kirchenbesucher:

Wir bitten Sie dringend die folgende Punkte sorgfältig zu beachten und auf die Anweisungen der Ordnungskräfte zu hören, die darauf achten, dass die Auflagen des Bistums für öffentliche Messen eingehalten werden.

  • Die Kirche kann nur durch den hinteren mittleren Eingang betreten werden. Die Türen stehen offen, sodass niemand die Türklinken betätigen muss.
  • Die Kirche darf nur mit einem Mund-Nase-Schutz betreten werden.
  • Die eingeteilten Ordnungskräfte werden Ihnen einen Platz zuteilen. Bitte nur an den markierten Stellen Platz nehmen. Familien und Ehepaare werden nicht getrennt.
  • An den Werktagen sind vornehmlich die Bänke in der Mitte zu belegen. Erst wenn diese nicht mehr ausreichen, können auch andere Bänke belegt werden.
  • Das Verlassen der Kirche geschieht über die beiden Seitenausgänge, entsprechend den Anweisungen der Ordnungskräfte.
  • Bitte beachten Sie, dass sowohl vor der Kirche als auch in der Kirche stets der Mindestabstand eingehalten wird.
  • Personen mit Krankheitssymptomen oder die in den zurückliegenden 14 TagenKontakt mit Corona-infizierten Personen hatten, dürfen nicht die Messe besuchen.

„EINE KLEINE WEILE‟

„Eine kleine Weile, und ihr seht mich nicht mehr, und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen‟ (Joh 16,16; Übers. J. Kürzinger). 

Auf dieses Wort Jesu und seine frühere Aussage, dass er zum Vater geht (V. 10), reagieren die Jünger mit Unverständnis. Als sie miteinander sprechen fragen sie sich was Jesus damit wohl meine (VV. 17-18). Johannes will offensichtlich die Leser bzw. Hörer seines Evangeliums dazu herausfordern über die Bedeutung der Aussagen, die keineswegs eindeutig sind, nachzudenken. 

Der im heutigen Stundengebet vorgelesene Kommentar des hl. Augustinus zur dieser Stelle setzt das „Gehen zum Vater‟ mit Christi Himmelfahrt gleich. Die zweite „kleine Weile‟ ist demnach also die ganze Zeit von Christi Himmelfahrt bis seiner Wiederkunft. Eine Deutung auf die Zeit zwischen dem Tod des Herrn und seiner Auferstehung schließt Augustinus aus. Um seine Auslegung zu untermauern zitiert er den ersten Johannesbrief (2,18): „Kindlein, es ist letzte Stunde‟. Wenn die ganze nachösterliche Zeit die „letzte Stunde‟ ist, dann soll es uns nicht überraschen wenn sie im Evangelium auch „eine kleine Weile‟ gennant wird.

Aber die alternative Auslegung, die Augustinus ablehnt, wird nicht damit widerlegt. In V. 24 fordert Jesus zum Bittgebet in seinem Namen auf. Er sagt weiter (V. 26): „An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten‟. Benedikt Schwank bemerkt in seinem Johanneskommentar, dass ein solches Bittgebet nach der Wiederkunkft Christi „gegenstandslos‟ wäre. Es ist nach dieser Interpretation daher naheliegend, dass die zweite „kleine Weile‟ die tatsächlich kurze Zeit zwischen dem Kreuzestod Jesu und seiner Auferstehung ist. Aus dieser Perspektive muss der Tod Jesu als der erste Schritt im „Gehen zum Vater‟ verstanden werden. In der Zugehörigkeit der menschlichen Natur des Auferstandenen zur Sphäre Gottes wird dieser Vorgang vollendet. Dementsprechend teilt Jesus seinen Jüngern am Ostertag durch Maria Magdalena mit: „Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott‟ (20,17).

Wenn wir die interpretative Frage so lösen dürfen, bleibt die Doppeldeutigkeit der Aussage Jesu in Joh 16,16 doch reizvoll. Wenn es denkbar ist, die Zeit zwischen dem Abschluss der Ostererscheinungen und der Wiederkunft Christi als eine Zeit der Trauer und als Geburtswehen (16,21) darzustellen, so wird damit an die Trübsal der Kirche erinnert, worunter sie in dieser Welt leidet. Einerseits leben wir, besonders in der liturgischen Osterzeit, im Licht der Auferstehungsfreude, andererseits ist es in der Kirche immer Karfreitag, indem die Glieder Christi verfolgt und getötet werden; immer Karsamstag, indem wir uns nach dem sichtbaren Sieg des verborgenen Herrn sehnen. Das Evangelium dieses Sonntags ermutigt uns, die Passion der Kirche so zu erleben, dass wir die Verheißung jener Freude nicht vergessen, welche „niemand [uns] nehmen wird‟ (V. 22). (BG)

DER GUTE HIRT

In der Zeit zwischen Weißen Sonntag und Pfingsten versucht die Sonntagsliturgie, durch die Mithilfe des Johannesevangeliums, das Osterereignis zu interpretieren. Das Evangelium des 2. Sonntags nach Ostern (Joh 10,11-16) stellt das Bild des guten Hirten vor. Jesus deutet damit seine messianische und göttliche Identität an. Messianisch, denn der Christus ist der Sohn Davids, des Hirten, der zum König in Israel wurde. Im Altertum wurden Könige häufig als „Hirten des Volkes‟ dargestellt. Jesus aber ist nicht nur der Sohn Davids, sondern der Sohn Gottes, eins mit dem Vater. Und im Alten Testament wird Gott selbst als der Hirt seines Volkes dargestellt: „Seine Herde weidet er wie ein Hirt, mit seinem Arm sammelt er die Lämmer; er trägt sie an seiner Brust, die Mutterschafe leitet er sacht‟ (Isaias 40,11; Übers. V. Hamp – M. Stenzel). Im Buch Ezechiel sagt Gott: „Siehe, ich selbst will für meine Schafe sorgen und mich ihrer annehmen‟ (Ez 34,11). Und weiter: „Ich selbst werde meine Schafe weiden, ich selbst lasse sie lagern. Spruch des Gebieters und Herrn‟ (34,15).

Jesus stellt sich als der gute Hirt, der beispielhafte Hirt, vor. Er sorgt sich um seine Schafe, bis er sein Leben für sie hingibt. Tatsächlich sind seine Herde nicht Tiere, sondern menschliche Seelen, die durch seine Gnade fähig sind, das ewige Leben zu erwerben. Zugang zu diesem Leben leistet uns Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung. Das Selbstopfer des guten Hirten rettet uns von der Sünde, vom Tod, von der Herrschaft des Satans. 

Die Gnade unserer Taufe, unsere Gleichgestaltung mit Christus, der gestorben und auferstanden ist, erfordert und ermöglicht die Bekehrung. Der gute Hirte ist jener, der sein Leben für die Schafe, für uns, hingibt. Unsere Aufgabe ist es, zu ihm zurückzukehren. Zur Vergebung der Sünden sind wir getauft geworden; wir sollen auch nicht zögern, das Bußsakrament häufig zu empfangen, damit wir immer mehr von unseren Sünden befreit werden können. Die heutige Lesung aus dem 1. Petrusbrief wendet auch eine pastorale Bildsprache an, um diese wesentliche Dimension des Christseins, die Bekehrung, auszudrücken. Mit einer Anspielung an Isaias 53,6 sagt Petrus: „ihr waret wie irrende Schafe‟, und fügt hinzu, „jetzt aber seid ihr hingewendet zum Hirten und Hüter‟ – wörtlich, zum Bischof (im Griechischen: episkopos) – „eurer Seelen‟ (2,24; Übers. J. Kürzinger)

Die Liebe, die Jesus zeigte, indem er sich als Opfer für uns und für unsere Heil hingab, erfordert von uns Liebe und Bekehrung. Im Sinnbild des guten Hirten erkennen wir Christus als unseren Schöpfer und Erlöser. Wie es im Psalm 100 heißt: „Seid euch bewußt: der Herr allein ist Gott! Er ist unser Schöpfer; wir aber sind sein Volk, die Schafe seiner Weide‟. (BG)

Beichtgelegenheiten im Distriktshaus: täglich 9 bis 11 Uhr; 15 bis 17.30 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung (Tel. + 49 8385 1625)

EIN DIPTYCHON DER BARMHERZIGKEIT

Joh 20,19-31: Das Evangelium des Oktavtags von Ostern

Die Entstehung des Festes Fronleichnam war die kirchliche Auswirkung einer Privatoffenbarung an die selige Julian von Lièges (✝︎ 1258). Ähnlich geht auch der „Barmherzigkeitssonntag‟ als solcher auf Privatoffenbarungen an die heilige Faustyna Kowalska (✝︎ 1938) zurück. Aber in diesem Fall handelt es sich dabei nicht um ein neues Messformular und Offizium, sondern um die Bezeichnung des Oktavtags von Ostern als „Barmherzigkeitssonntag‟, dessen Texte sich für diesen Zweck bereits eigneten. Das gilt vor allem für das Evangelium (Joh 20,19-31), worin die Bevollmächtigung der Jünger, Sünden zu vergeben (oder zu behalten), als Gabe des Auferstandenen durch den Heiligen Geist, dargestellt wird.

Diese Lesung aus dem Johannesevangelium enthält zwei Episoden, die eine Art Diptychon bilden. Die erste Episode ist die johanneische Fassung derselben Szene, die wir im Tagesevangelium des Dienstags in der Osteroktav finden, und zwar die am Ostertag geschehene Erscheinung des Auferstandenen vor den versammelten Jüngern in Jerusalem (Lk 24,36-47). In beiden Fassungen grüßt Jesus seine Jünger, indem er (wortwörtlich) „Euch der Friede‟ sagt und zeigt ihnen die Wundmale der Kreuzigung, in seinen Händen und Füßen bei Lukas, in seinen Händen und seiner Seite bei Johannes (was Joh 19,33-37 entspricht). Bei Lukas ist die Offenbarung des leibhaften Charakters des Auferstandenen eine Antwort auf die Befürchtung der Jünger, ein Gespenst zu sehen; sie freuen sich, als Jesus um etwas zu essen bittet, wobei er mit ihnen die Tischgemeinschaft wieder aufnimmt. Johannes hingegen betont die Freude der Jünger; von Zweifeln ist hier keine Rede. Überdies fällt das Motiv des Essens aus; erst in Joh 21 wird der Auferstandene einige Jünger zum Frühstück einladen. 

Die Vergebung von Sünden, die auch Lukas in dieser Szene erwähnt, ist noch wichtiger in der Fassung des Johannes. Hier ist Vergebung nicht nur Inhalt und Zweck der Verkündigung, sondern ein Auftrag, wozu die anwesenden Jünger hier und jetzt vom Auferstandenen durch das „Einhauchen‟, wobei er ihnen den Heiligen Geist übergibt, befähigt werden. Es versteht sich von selbst, dass diese Vergebung nur dann wirksam sein kann, wenn der Sünder echte Reue hat, deswegen spricht Jesus auch vom „Behalten‟ der Sünden. In einer Ausübung der Unfehlbarkeit der Kirche lehrte das Konzil von Trient am 25. November 1551, dass Joh 20,22-23 im Sinne der Vergebung von Sünden im Bußsakrament zu verstehen ist. (Das bedeutet nicht, dass die Beichtpraxis, wie sie sich im Laufe der Zeit, besonders ab dem 7. Jahrhundert entwickelte, als Brauch der Urkirche missverstanden wurde. Das Wesen des Sakraments ist von seinen späteren Formen zu unterscheiden.) 

Alle vier Evangelien schildern in den Reaktionen der Jünger auf die Ostererscheinungen eine Spannung zwischen Glauben und Zweifel. Im Johannesevangelium wird der Zweifel ausschließlich in der Figur des Thomas konzentriert. Seine hartnäckige Verweigerung des Glaubens – es sei denn, wenn seine strenge Bedingungen erfüllt werden – und die Überwindung seines Widerstands durch eine neue Erscheinung des Auferstandenen, bilden die zweite Episode in der heutigen Lesung. Auch mit Thomas geht Jesus barmherzig um: Er kommt seinem Wunsch nach persönlicher Erfahrung entgegen; dadurch wird Thomas zum großartigen Bekenntnis „mein Herr und mein Gott!‟ bewegt. Dieser Glaube ist das Ziel der „Zeichen‟, die Jesus gewirkt und Johannes erzählt hat. Aber der Glaube des Thomas wird vom Glauben derjenigen, die den auferstandenen Herrn nicht gesehen haben, übertroffen. Die künftigen Christen werden vom Herrn selbst – wie Maria durch Elisabeth in Lk 1,45 – wegen ihres Glaubens in dieser johanneischen Szene seliggepriesen. Das ist zugleich eine Einladung zum Glauben, ein Ruf zur Standhaftigkeit im Glauben und eine Ermutigung zum furchtlosen Bekenntnis. (BG) 

Beichtgelegenheiten im Distriktshaus am Barmherzigkeitssonntag (und jeden Tag): 9 bis 11 Uhr; 15 bis 17.30 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung (Tel. + 49 8385 1625)

DER TAG, DEN DER HERR GEMACHT HAT

Hac die, quam fecit Dominus, Solemnitas solemnitatum, et Pascha nostrum: Resurrectio Salvatoris nostri Jesu Christi secundum carnem. 

An diesem Tag, den der Herr gemacht hat, das Hochfest der Hochfeste, und unser Pascha: die Auferstehung unseres Erlösers Jesus Christus dem Fleische nach

So wird der Ostertag im römischen * Martyrologium beschrieben. 

Es ist „der Tag, den der Herr gemacht hat‟. So wird in Ps 118,22-24 jener Tag bezeichnet, an dem „der Stein, den die Erbauer verwarfen, zum Eckstein geworden ist‟. Im Neuen Testament dient dies als Bild für die Heilsbedeutung Jesu, trotz der Ablehnung durch die Hohenpriester und Schriftgelehrten (Mt 21,42 & Parallelstellen; Apg 4,11; 1 Pt 2,7). Der Tag, der vor allem das Werk Gottes ist, bedeutet für uns die Rechtfertigung Christi durch seine Auferstehung von den Toten am ersten Tag der Woche, wobei der erste Tag der Schöpfung wiederaufgenommen und übertroffen wird. 

Es ist „das Hochfest der Hochfeste‟, der Höhepunkt des christlichen Jahres. Vom Beginn der Adventzeit an strebt die Liturgie diesem Ziel entgegen, der Feier der Erlösung und deren Verwirklichung im Sakrament der Taufe. Die Liturgie nach der Osterzeit versteht sich im Licht der bleibenden Gegenwart Christi in seiner Kirche durch den Heiligen Geist, als Gabe des Auferstandenen. 

Es ist „unser Pascha‟. Dieser vom Apostel Paulus stammende Ausdruck bezeichnet zunächst Jesus selbst als geopfertes Osterlamm (1 Kor 5,7). Im Martyrologium ist eher der Ostertag damit gemeint. Es ist das Pascha der Christen, im Gegensatz zum alttestamentlichen Fest, worin die heilbringende Wirklichkeit versinnbildlicht wurde. 

Es ist die Auferstehung Christi „dem Fleische nach‟. Laut Paulus ist der Auferstehungsleib „ein geistiger Leib‟ (1 Kor 15, 44). Es handelt sich dabei um eine ganz andere Existenzweise, als jene, die wir jetzt kennen. Doch ist der Auferstandene, auch wenn er den Bedingungen der materiellen Welt nicht mehr unterworfen ist, kein bloßer Geist. Er selber besteht darauf: „ein Geist hat doch nicht Fleisch und Gebein, wie ihr es an mir seht‟ (Lk 24,39). Diese Wirklichkeit ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Das Zeugnis des Paulus („er erschien auch mir‟ [1 Kor 15,8]) und des Petrus („wir haben mit ihm gegessen und getrunken nach seiner Auferstehung von den Toten [Apg 10,41])‟ ist in der Katholischen Kirche ein lebendiges Zeugnis bis heute. (BG)

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Osteroktav!

* Das Martyrologium ist ein liturgisches Buch, worin die Feste bzw. die Heiligen für jeden Tag verkündigt werden. Es wird normalweise im Stundengebet der Kirche am Vortag, in der Hore der Prim, vorgelesen. Da es am Karsamstag keine Lesung aus dem Martyrologium gibt, wird die Lesung des Ostertags am Sonntag selbst vorgetragen. 

Beichtgelegenheiten ab Ostersonntag

Beichtgelegenheiten im Distriktshaus:
Täglich von 9 bis 11 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr
oder nach Vereinbarung (Tel. +49 8385 1625).

Um die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus zu minimieren, können Sie in unserer Hauskapelle beichten, da wir dort den ausreichenden Abstand gewährleisten können.

Wenn Sie beichten möchten, bitte beim Haupteingang an der Rückseite des Gebäudes klingeln.

In unserem Schaukasten vor dem Haus befindet sich ein kleines Licht, wenn dies rot leuchtet, dann ist der Beichtstuhl gerade besetzt. Nach jeder Beichte wird der Raum für einige Minuten gelüftet, um die Infektionsgefahr zu reduzieren.

Selbstverständlich können Sie auch außerhalb dieser Zeiten zur Beichte kommen, dafür bitte aber vorher einen Termin telefonisch vereinbaren (Tel.: + 49 8385 1625).

DIE PASSIONSEVANGELIEN DER KARWOCHE

Außer Karmontag (wo die Salbung Jesu in Bethanien nach Johannes vorgelesen wird) und Gründonnerstag (die Fußwaschung beim letzen Abendmahl, die nur Johannes überliefert), bieten die Tage der Karwoche von Palmsonntag bis Karfreitag eine Lektüre der Passionserzählungen aus allen vier Evangelien. Diese werden in kanonischer Reihenfolge vorgetragen, also Matthäus (Sonntag), Markus (Dienstag), Lukas (Mittwoch), Johannes (Freitag). 

Die Textlänge der drei synoptischen Passionsevangelien ist in den verschiedenen Messbüchern unterschiedlich. Bis zur unter Papst Pius XII. durchgeführten Reform der Karwoche (1951-1955) wurde fast die gesamte Passionsgeschichte aus den synoptischen Evangelien gelesen, also von der Zeitangabe des nahen Passahfestes (Mt 26,1-2 & Parallelstellen) bis zur Grablegung Jesu, bzw. (in der Matthäuspassion) der Bewachung des Grabes durch Wächter (Mt 27,62-66). Es fehlte nur (in den Lesungen aus Markus und Lukas) der Hinweis auf die Frauen, die die Grablegung Jesu beobachteten. 

Die Reform Pius XII. hingegen hat die Lesungen der synoptischen Passionserzählungen drastisch gekürzt, indem die Perikopen erst mit dem Eintreten Jesu in das Grundstück Gethsemani beginnen (Mt 27,36 & Parallelstellen). Damit verschwindet aus dem römischen Messbuch die ganze synoptische Erzählung vom Komplott des Hohen Rates, von der Salbung Jesu in Bethanien (nach Matthäus und Markus), vom letzten Abendmahl (!) und von Jesu Voraussage der Zerstreuung seiner Jünger und des Wiedersehens in Galiläa nach seiner Auferstehung (nach Matthäus und Markus). (Die Einsetzung der Eucharistie nach Lukas blieb jedoch als Evangelium einer Votivmesse vom Allerheiligsten Altarsakrament erhalten.) Auch die Geschichte der Wächter am Grab wurde aus der Lesung der Matthäuspassion gestrichen. 

Später erkannten die römischen Behörden, dass die Kürzungen zu weit gegangen waren; dementsprechend wurde dieser Aspekt der Reform im Messbuch von 1970 teilweise rückgängig gemacht. Dort beginnt die Matthäuspassion mit dem Verrat des Judas vor dem letzten Abendmahl (26,14) und wird traditionsgemäß mit den Wächtern am Grabe abgeschlossen. Die traditionellen Perikopen kann man dort noch hören, wo die tridentinische Form der Karwoche gefeiert wird. Dies hat Rom im Jahr 2017 in einer begrenzten Zahl von Apostolaten der Priesterbruderschaft St. Petrus als Experiment gestattet. 

Die Länge der Johannespassion (18,1–19,42) hingegen bleibt in allen Formen des römischen Ritus unverändert. Das kann kaum anders sein. Zum einen werden das letzte Abendmahl und die hinzukommenden Abschiedsgespräche bei Johannes in sechs Kapiteln (12 bis 17) behandelt. Man könnte daher das vollständige Äquivalent zur synoptischen Passionsgeschichte bei Johannes in einem einzigen Gottesdienst kaum vorlesen! Zum anderen bildet Joh 18–19 eine strikte Einheit. Das zeigt der Evangelist mit der Erwähnung eines Gartens am Anfang wie am Ende der Erzählung. Die Passionsgeschichte bei Johannes beginnt mit der Zusammenkunft Jesu und seinen Jüngern in einem Garten und endet mit seiner Grablegung in einem Garten beim Kreuzigungsort. Der Kreis wird geschlossen, doch ist die Gartenszene der Bestattung gleichzeitig auf die Ostererzählung ausgerichtet. Denn in der Nähe des Grabes wird Maria Magdalena einem Mann begegnen, den sie für den Gärtner hält (20,15). (BG)

PASSIONSZEIT

Mit der ersten Vesper des 5. Sonntags in der Bußzeit verändert sich die Liturgie von „Quadragesima“ (d.h. vierzigtätige Fastenzeit) hin zur Passionszeit. Das erste sichtbare Zeichen in der Kirche dafür ist die Verhüllung der Kreuze und Statuen.

Von nun an stehen Offizium und Messe in besonderer Weise unter dem Zeichen des Kreuzes. Der Vesperhymnus Vexilla Regis („Die Standarten des Königs“) gibt dem Stundengebet den Ton vor, während das Messformular bis Gründonnerstag die Präfation vom Heiligen Kreuz verwendet. Ps 42 (Judica) bildet den Introitus des ersten Passionssonntags; dementsprechend fällt dieser Psalm an diesem Tag, aber auch in der ganzen Passionszeit, im Stufengebet aus. In diesem Punkt, wie auch im Ausfall des Gloria Patri beim Introitus und beim Lavabo, ähnelt die Passionsliturgie dem Requiem. In beiden Fällen passt die daraus resultierende Schlichtheit der Messe mit dem Drama, der Nüchternheit und der Tragik der geschilderten Situation gut zusammen. 

Während der ersten Passionswoche ist das Evangelium jeden Tag, außer Donnerstag, dem Johannes entnommen. Von nun an bis zum Ende der Pfingstoktav ist Johannes eigentlich der Evangelist, den die Liturgie am häufigsten zu Wort kommen lässt. Auch wenn Matthäus und nach ihm, Lukas, den Zyklus im Jahreskreis nach Erscheinung bzw. nach Pfingsten dominieren, ist Johannes jedoch die vorherrschende Stimme der Sonntage und Herrenfesttage der intensiven Zeit von der Passion bis zum Pfingstfest. Denn dieser Evangelist schildert in einer besonders dramatischen Weise den Konflikt zwischen Jesus, der im Namen seines Vaters lehrt und handelt, und seinen Zeitgenossen, die ihn verkennen und ablehnen. In der Osterzeit sind die tiefen Betrachtungen des Johannesevangeliums über den Sinn des Todes bzw. des „Weggehens“ Jesu zum Vater als Messperikopen aüßerst geeignet.  

Am Freitag in der ersten Passionswoche werden die sieben Schmerzen der Gottesmutter Maria in der Laudes und in der Messe kommemoriert. Mancherorts wird an diesem Tag die – sonst am 15. September übliche – Messe von den sieben Schmerzen gefeiert.

So wie der Prophet Isaia die Adventsliturgie (besonders im Stundengebet) prägt, so auch Jeremia die Passionszeit. Am Samstag vor dem Palmsonntag hören wir in der Lesung der Messe (Jer 18,18-23) die furchtbaren Flüche, die der verfolgte Prophet gegen seine Feinde ausspricht. Selbstverständlich dürfen sich Christen solche Flüche nicht ohne weiteres zu eigen machen, doch als Teil der Heiligen Schrift bzw. der Liturgie haben diese Fluchverse noch einen Sinn. Sie sind die Kehrseite des Schweigens und der Geduld Christi in dessen Passion. Jesus verzichtet auf Fluch und Bedrohung, denn er leidet, damit alle gerettet werden können. Doch durch den Appell des Propheten an die Rache Gottes wird das Übel der Verfolgung des Gerechten stark angeklagt. Das vermag uns auch daran zu erinnern, dass wir, wenn wir uns mit Gott nicht versöhnen lassen, das vor ihm zu verantworten haben. (BG)