DER TAG, DEN DER HERR GEMACHT HAT

Hac die, quam fecit Dominus, Solemnitas solemnitatum, et Pascha nostrum: Resurrectio Salvatoris nostri Jesu Christi secundum carnem. 

An diesem Tag, den der Herr gemacht hat, das Hochfest der Hochfeste, und unser Pascha: die Auferstehung unseres Erlösers Jesus Christus dem Fleische nach

So wird der Ostertag im römischen * Martyrologium beschrieben. 

Es ist „der Tag, den der Herr gemacht hat‟. So wird in Ps 118,22-24 jener Tag bezeichnet, an dem „der Stein, den die Erbauer verwarfen, zum Eckstein geworden ist‟. Im Neuen Testament dient dies als Bild für die Heilsbedeutung Jesu, trotz der Ablehnung durch die Hohenpriester und Schriftgelehrten (Mt 21,42 & Parallelstellen; Apg 4,11; 1 Pt 2,7). Der Tag, der vor allem das Werk Gottes ist, bedeutet für uns die Rechtfertigung Christi durch seine Auferstehung von den Toten am ersten Tag der Woche, wobei der erste Tag der Schöpfung wiederaufgenommen und übertroffen wird. 

Es ist „das Hochfest der Hochfeste‟, der Höhepunkt des christlichen Jahres. Vom Beginn der Adventzeit an strebt die Liturgie diesem Ziel entgegen, der Feier der Erlösung und deren Verwirklichung im Sakrament der Taufe. Die Liturgie nach der Osterzeit versteht sich im Licht der bleibenden Gegenwart Christi in seiner Kirche durch den Heiligen Geist, als Gabe des Auferstandenen. 

Es ist „unser Pascha‟. Dieser vom Apostel Paulus stammende Ausdruck bezeichnet zunächst Jesus selbst als geopfertes Osterlamm (1 Kor 5,7). Im Martyrologium ist eher der Ostertag damit gemeint. Es ist das Pascha der Christen, im Gegensatz zum alttestamentlichen Fest, worin die heilbringende Wirklichkeit versinnbildlicht wurde. 

Es ist die Auferstehung Christi „dem Fleische nach‟. Laut Paulus ist der Auferstehungsleib „ein geistiger Leib‟ (1 Kor 15, 44). Es handelt sich dabei um eine ganz andere Existenzweise, als jene, die wir jetzt kennen. Doch ist der Auferstandene, auch wenn er den Bedingungen der materiellen Welt nicht mehr unterworfen ist, kein bloßer Geist. Er selber besteht darauf: „ein Geist hat doch nicht Fleisch und Gebein, wie ihr es an mir seht‟ (Lk 24,39). Diese Wirklichkeit ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Das Zeugnis des Paulus („er erschien auch mir‟ [1 Kor 15,8]) und des Petrus („wir haben mit ihm gegessen und getrunken nach seiner Auferstehung von den Toten [Apg 10,41])‟ ist in der Katholischen Kirche ein lebendiges Zeugnis bis heute. (BG)

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Osteroktav!

* Das Martyrologium ist ein liturgisches Buch, worin die Feste bzw. die Heiligen für jeden Tag verkündigt werden. Es wird normalweise im Stundengebet der Kirche am Vortag, in der Hore der Prim, vorgelesen. Da es am Karsamstag keine Lesung aus dem Martyrologium gibt, wird die Lesung des Ostertags am Sonntag selbst vorgetragen.